Gründungsgeschichte

Vieles war anders und im täglichen Alltag sicherlich auch schwerer als heute. Selbst der Name, den die Gründer unserem Verein gaben, unterschied sich von dem, den er heute führt. Die Mitglieder der Gründungsversammlung führte die Sorge um ihre geistig behinderten Kinder zusammen. Sie wollten ihnen Hilfen zum Leben geben. Daraus entstand auch der erste Vereinsname: „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e. V. Duisburg“.

Der Schritt der Vereinsgründung bedeutete auch, dass man sich mit dem Problem der Behinderung an die Öffentlichkeit wagte, die in Teilen ebenso wie die Kommunalverwaltung erstaunt war und nur schwer verstehen konnte, dass es nach den schlimmen Jahren der Euthanasie noch geistig Behinderte gab.

In Nordrhein-Westfalen war unser Verein der siebte und in der Bundesrepublik der 19. dieser Art. Heute zählt der Landesverband NRW 80 und die Bundesvereinigung 542 Mitgliedsvereine.

Im Mai 1962 begann die Arbeit mit den Behinderten. Sie wurden stundenweise in Hamborn am Zinkhüttenplatz und in Duissern an der Schweizer Straße im Haus Duissernberg betreut. Die betroffenen Eltern brachten ihre Kinder - in der Regel für zwei Stunden - in die Einrichtungen und erlebten erstmals Zuwendung und Betreuung. Der Kontakt mit den Betreuern und anderen betroffenen Eltern war eine neue, beglückende Erfahrung.

Mit Beginn der Schulpflicht für geistig Behinderte am 1. Juli 1966 machte die damalige Vereinsführung eine schmerzliche Erfahrung: Viele Eltern sahen mit Erreichen dieses Etappenzieles nun nicht mehr die Notwendigkeit einer Interessengemeinschaft angehören zu müssen und traten aus dem Verein aus. Man ließ sich jedoch durch diese Entwicklung nicht entmutigen und konzentrierte seine Kräfte auf die Arbeit für Behinderte der Altersgruppen vor und nach der Schulzeit; also Sonderkindergarten und Werkstatt.

Durch das steigende Angebot an Sonderschulen für geistig Behinderte (1968 gab es bereits drei Sonderschulen in Duisburg) konnte der Verein sich zunehmend um die Förderung der Kinder im Vorschulalter kümmern und nahm ab 1970 keine schulpflichtigen Kinder mehr in seine „Tagesbildungsstätte“ auf. Diese Fördereinrichtung wurde dann 1972 konsequenterweise in "Sonderkindergarten" umbenannt. Wegen der anstehenden Stadtsanierung des Ortsteiles Neumühl musste für den Sonderkindergarten ein neuer Standort gefunden werden. Knapp fünfzehn Jahre nach der Vereinsgründung, im Jahre 1975 konnte im Stadtteil Meiderich an der Wiesbadener Straße der Neubau des Sonderkindergartens eingeweiht und in Betrieb genommen werden.

Das Haus trug den Namen „Ida Büttgen“; einer Hamborner Arztwitwe, die durch ihr Vermächtnis den Verein in die Lage versetzt hatte, diese Einrichtung erstellen zu können.

Neben der bereits erwähnten guten Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen betrachtet der Verein den sehr guten Kontakt zum Institut für Jugendhilfe der Stadt Duisburg in allen Jahren bis heute als besonders wertvoll.

Im Laufe der Zeit waren aus den behinderten Kindern der Anfangszeit inzwischen Jugendliche und junge Erwachsene geworden. Es war unverkennbar, dass die „Lebenshilfe“ nicht mehr ausschließlich dem „geistig behinderten Kind“ galt, sondern sich schon längst aller geistig Behinderter, unabhängig vom Lebensalter, angenommen hatte. So bestätigte die Mitgliederversammlung 1978 den Vorschlag des Vorstandes, eine Namensänderung gemäß der Handhabung des Bundesverbandes in Marburg vorzunehmen und zukünftig die Bezeichnung „Lebenshilfe für geistig Behinderte e.V. Duisburg“ zu führen. Mittlerweile wurde der Name angepasst und lautet jetzt "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V., Duisburg".

Durch diese Namensänderung wurde die im Laufe der Jahre entwickelte Vereinspolitik einer lebenslangen Begleitung geistig behinderter Menschen auch nach außen hin verdeutlicht.

Die Erkenntnisse über die Nutzen einer möglichst frühen Förderung geistig behinderter Kinder oder von einer Behinderung bedrohter Kinder fand in unserem Verein im Jahre 1979 Ausdruck durch die Aufnahme der Förderarbeit von Kleinstkindern im Alter bis zu drei Jahren auf heilpädagogischer Basis zur Vorbereitung auf den Sonderkindergarten. Die Nachfrage nach Frühfördermaßnahmen nahm bei den betroffenen Eltern durch die Beratung des Instituts für Jugendhilfe stetig zu.

1989 wurde der Familien unterstützende Dienst (FuD) heute: DuoH gegründet. Dieser versucht, betroffenen Menschen in jeder Beziehung Hilfestellung zu leisten; das Angebot ist an keine Altersgrenze gebunden, jeder kann sich an den FuD wenden. Der FuD der Lebenshilfe schließt damit eine Lücke in der Behinderten- und Altenarbeit in Duisburg.

Beteiligungen

1973 wurde die “Duisburger Werkstatt für Behinderte“ in Form einer gemeinnützigen GmbH mit einer Beteiligung von je 25 Prozent "Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V." und "Verein zur Förderung und Betreuung spastisch Gelähmter und anderer Körperbehinderter e.V." und 50 Prozent Stadt Duisburg gegründet. Sie wurde 1982 durch die Bundesanstalt für Arbeit anerkannt.

1977 wurde das “Behinderten- Wohnheim Duisburg“ in Form einer gemeinnützigen GmbH“, gegründet, an der unser Verein mit 25 Prozent als Gesellschafter beteiligt ist. Weitere Gesellschafter sind die “Duisburger Werkstatt für Behinderte gGmbH“, der “Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V., Duisburg und der LIONS Hilfswerk Duisburg-Hamborn e.V., ebenfalls mit je 25 % Beteiligung.

1992 wurde die “Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste“ in Form einer gemeinnützigen GmbH gegründet, Gründer und alleiniger Gesellschafter ist die “Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V., Duisburg". Das operative Geschäft wurde nun von der neu gegründeten Gesellschaft übernommen. Die Einrichtungen dieser Gesellschaft präsentieren sich mit eigenen Beiträgen auf dieser Homepage.

2014 wurde auch auf der Mitgliederversammlung bei der Lebenshilfe ein Zeichen der “Inklusion“ durch die Namensänderung in “Lebenshilfe Duisburg e.V.“ beschlossen.

Weitere Highlights

Im September 1994 war die Durchführung des Bundeskongresses der Lebenshilfe in unserer Stadt für den Verein ein besonderes Ereignis. Das Motto des Kongresses lautete: "Ich weiß doch selbst, was ich will". Unsere Ortsvereinigung hatte maßgeblichen Anteil an dem guten Gelingen. Die Bedeutung dieser Veranstaltung fand in einer positiven Berichterstattung der gesamten Presse ihren Niederschlag.

Unter internationaler Beteiligung wurde im September 1999 in der Sportschule Wedau in Duisburg das zweite integrative Fußballturnier von der Bundesvereinigung der Lebenshilfe mit Unterstützung durch unseren Verein durchgeführt. Die Patenschaft für diese Veranstaltung hatte der MSV Duisburg übernommen.

Im Februar 2011 verlieh der Bürgerverein Duisburg Neudorf der Lebenshilfe Duisburg für ihre ehrenamtliche Tätigkeit die “Neudorfer Ehrentafel“.

Im Jahre 2011 wurde das 50jährige Bestehen des Vereins mit der interreligiösen Feier in der Salvatorkirche und der offiziellen Feier in der Volksbank Rhein-Ruhr und dem Sommerfest auf dem Gelände des Lebenshilfecenter Duisburg Mülheimer Straße gefeiert.

Im Mai 2012 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Lebenshilfe, dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Rhein-Ruhr eG, Herrn Hans Weber die Lebenshilfe Ehrennadel für sein soziales Engagement während seiner Dienstzeit verliehen.

Im September 2012 fand das Benefizkonzert des Polizeichores Duisburgs zu Gunsten der Lebenshilfe Duisburg im Steinhof zu Duisburg, statt.

Im November 2012 erhielt der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Duisburg e.V., Herrn Bernd Steingräber durch die Ministerpräsidentin NRW, Frau Hannelore Kraft, das Bundesverdienstkreuz für sein mehr als vier Jahrzehnte währendes Engagement im Vorstand der Lebenshilfe Duisburg verliehen.

Im Oktober 2013 fand auf Initiative des Beirates für Menschen mit Behinderung und der Lebenshilfe Duisburg e.V., als Organisator und Veranstalter, die Duisburger Aufführung des Stückes “Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery, statt.

Im November 2013 fand mit der Musik- und Kunstschule Duisburg ein integrativer Liederworkshop für Jugendliche und Erwachsene “Wir basteln ein Lied“ statt.

Im Dezember 2014 wiederholte sich zum 19. Male das Benefizkaffeetrinken zu Gunsten der Lebenshilfe in der TAVERNE in Duisburg Ruhrort.

Im Januar 2015 wiederholte sich zum 6. Male die “Integrative Karnevalssitzung“ der Lebenshilfe Duisburg in Kooperation mit dem Prinzenclub der Stadt Duisburg.