Fremde Welten in Deutschland – Inklusion für alle?!

Erster Fachtag der Lebenshilfe Duisburg ein großer Erfolg

Über 60 Teilnehmer aus den Städten des Ruhrgebiets und des Niederrheins waren am diesjährigen internationalen Tag der Menschen mit Behinderung zu Gast bei der Lebenshilfe Duisburg.
Das Thema des Fachtags lautete „Fremde Welten in Deutschland – Inklusion für alle?!“.
Durch Impulsvorträge, Best-Practice Beispiele und einer Podiumsdiskussion ging die Lebenshilfe der Frage nach, wie die gesundheitliche und soziale Versorgung von Menschen mit Handicap und Flüchtlingsgeschichte bzw. mit Migrationshintergrund derzeit geregelt ist.
Weiter wurden sowohl (bundesweite) Selbsthilfeprojekte, als auch professionelle Beratungsangebote vorgestellt. 

Gesa Müller, Mitarbeiterin des Projekts „ZuFlucht Lebenshilfe“ aus Hamburg führte mit ihrem Impulsvortrag in das Thema Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund ein. Der Schwerpunkt lag bei ihrem Vortrag in den unterschiedlichen Zugängen zum deutschen Kranken- und Sozialsystem.

Im Anschluss stellten sich drei Best Practice Beispiele aus Duisburg und Umgebung vor. Den Anfang machte Dr. Silva Demirci vom Bundesverband der Lebenshilfen aus Berlin. Ziel ist der Auf-und Ausbau von virtuellen und reellen Selbsthilfegruppen. Ein erster Erfolg ist die bereits online gegangene Plattform „kendimiz.de“. Ein Selbsthilfe-Netzwerk für Angehörige von behinderten Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

Joachim Krauß und Ana-Maria Isdraila stellten ihre Arbeit bei der AWO-Integration Clearingstelle Duisburg vor. Zielgruppen sind hierbei vor allem EU-BürgerInnen und Drittstaatenangehörige ohne bzw. einem ungeklärten Krankenversicherungsschutz.
Die Arbeit der Psychiatrischen Hilfsgemeinschaft Duisburg gGmbH wurde von Sonja Mahler und Sarah Röder zuerst im Allgemeinen und anschließend mit Blick auf die Gruppe von geflüchteten Menschen vorgestellt. Gerade die Unterbringung in Sammellagern und der ungewisse Aufenthaltsstatus tragen oft zu einer Verschlimmerung der psychischen Gesundheit bei.

Abgeschlossen wurde der Fachtag durch eine Podiumsdiskussion, an der Andrea Bestgen-Schneebeck (Amtsleitung, Amt für Soziales und Wohnen der Stadt Duisburg), Dr. Silva Demirci, Gesa Müller und Daniela Banas (Beratungsstelle der Lebenshilfe Duisburg) ihre Eindrücke des Tages zusammenfassten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach einer Möglichkeit Projekte, wie die vorgestellten Best-Practice Beispiele, langfristig zu sichern. Da diese meist nur eine zeitlich befristete Förderung erhalten.
Eine weitere Frage war, wie Menschen aus anderen Kulturen und mit anderen Sprachen einen Überblick über die deutsche Beratungslandschaft erhalten.

Im Januar 2019 steht eine filmische Dokumentation der Veranstaltung auf der Homepage der Lebenshilfe Duisburg (www.lebenshilfe-duisburg.de) zur Verfügung. Alle Wortbeiträge werden von einem Gebärdendolmetscher übersetzt, so dass auch hörbehinderte Menschen die Dokumentation wahrnehmen können.

 

Kontakt
Jeannine Sprenger (Fort- und Weiterbildung)
Tel.: 0203 280 999 0
Mail: j.sprenger@lebenshilfe-duisburg.de

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