"Die Kinder der Utopie"...

...ist ein schöner Film und eröffnet anschließenden Redebedarf.

In 170 Kinos in ganz Deutschland wurde der Film am 15. Mai gezeigt. An jedem Ort wurde der Film von einem lokalen Paten präsentiert, dem das Thema am Herzen liegt. In Duisburg übernahm die Lebenshilfe Heilpädagogische Sozialdienste gGmbH die Patenschaft.

Es ist die Geschichte von sechs jungen Erwachsenen – drei mit und drei ohne Behinderung –, die sich zwölf Jahre nach der gemeinsamen Grundschulzeit wieder treffen.

Der Film hat lustige und auch traurige Momente. Er lädt dazu ein, mitzuempfinden. Das Thema Inklusion wird gezeigt ohne eindeutig Stellung zu beziehen. Auf Kommentare wird verzichtet, die Szenen sprechen für sich. Was bleibt, wenn der Film endet, ist der Eindruck vom tiefen gegenseitigen Respekt unter den einstigen Klassenkameraden.

Michael Reichelt, Geschäftsführer der Lebenshilfe Duisburg moderierte die anschließende Gesprächsrunde. Einigen Zuschauern im UCI war die Darstellung nicht ehrlich genug. Die Bedingungen für inklusiven Unterricht wären im Film optimal. In der Realität sind es aber nicht 15 Schüler mit 2 Pädagogen, sondern oft über 30 Schüler in einer Klasse. Dies allein stelle die Lehrer schon vor viele Herausforderungen. Schulleiter Ralf Buchthal würde sich wünschen, dass für das pädagogische Personal mehr (bezahlte) Zeit einkalkuliert werden könnte, damit ein intensiverer Austausch und somit gezieltere Hilfe für die Kinder angeboten werden könnte. Denn, so bedauert er: „Inklusion und individuelle Förderung ist jetzt noch viel zu stark von dem außerschulischen Engagement der einzelnen Lehrkräfte abhängig“.

Nicole Seyffert, Inklusionsbeauftragte der Stadt Duisburg fordert das Publikum auf, der Stadt ein direktes Feedback zu geben, nur so könne auf die Wünsche und Vorstellungen auch politisch reagiert werden. Ansonsten gehe man von städtischer Seite davon aus, dass alles gut laufen würde. Eine ehemalige Lehrerin aus dem Publikum bedauert „Vor Ort fühlten wir uns oft allein gelassen“; doch trotz ihrer Kritik an den Diskrepanzen des Films zur Realität wird sie, wie die anderen Gäste des Abends, als Multiplikatorin für eine inklusive Gesellschaft werben.

 

Kontakt:
Rona Nekes
Tel.: 0203 280 999 0
Mail: r.nekes@lebenshilfe-duisburg.de

 

 

 


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